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Blutschränke und Temperaturen

Blutkuehlschrank mit FensterTemperaturanzeige an Blutkühlschränken

Es wurde auf Verlangen des Betreibers einer Blutbank aufgrund Unstimmigkeiten zu Temperaturen in Blutkühlschränken die folgende Untersuchung durchgeführt.

Vorgeschichte:

Der Betreiber einer Blutbank stellte Diskrepanzen zwischen der Temperaturanzeige (auch Papierschreiber) und den Temperaturen eines installiertes Temperaturüberwachungssystems fest. Bei Türöffnungen änderte sich die Anzeige an den Kühlschränken nicht. 

Versuchsbeschreibung: In einen Kühlschrank (Lagertemperatur: – 35°C, Höhe 1,8m, Breite 60cm) mit eigner Kälteerzeugung und –regelung mit Temperaturanzeige wird ein 2. Überwachungsfühler installiert. Der erste Fühler (rot) ist oben im Schrank - die Lufttemperatur messend - eingebaut und der zweite (blau) unten im Schrank hinter dem Kühlblech

Beide Temperaturen werden vom Temperaturüberwachungssystem gemessen und aufgezeichnet. Die dabei entstehenden Temperaturgraphiken werden aufgezeichnet.

Aus beiden Temperaturen wird eine Produkttemperatur (grün) rechnerisch ermittelt, die mit einer Trägheit (Blut ähnlich Wasser, unterschiedlich zu Luft) versehen ist.

Anm.: Der für die Anzeige und Regelung des Kühlschrankes verantwortliche Fühler des Herstellers (PT100) ist im 2. Blech von oben direkt mit einer Spirale des Kühlkreislaufes formschlüssig verbunden!

Versuchdurchführung:

Am 04.08.99 von 13:30 – 15.00 wurde der Kühlschrank entsprechend ausgerüstet.

Versuchsbeobachtung: Ein Messgerät für Temperaturgerätekalibrierungen wird während der Start Phase des Kühlschrankes parallel auf ein Blech mit Kühlspirale gelegt. Die Temperaturverläufe der Anzeige des Kühlschrankes, des Messgerätes und des Fühlers der Temperaturüberwachung b) werden parallel beobachtet. Alle drei Temperaturen verlaufen unterschiedlich von –2 °C auf –37 °C.  

Versuchsauswertung:

Ergebnis KS Untersuchung BZD

Auf der Graphik (Temperaturverlauf Blutkühlschrank vom 04.08 - 00:00 bis 06.08. - 04:00) ist deutlich die Umbaumaßnahme zu erkennen, die am 04.08 zwischen 13:30 und 15:00 stattfand (Temperaturanstieg bis auf – 5°C). Danach ergeben sich 3 Temperaturkurven (grün = Produkt, rot = Lufttemperatur oben im Schrank, blau = Kühlmitteltemperatur unten im Schrank).

Die Produkttemperatur erreicht auf Grund der Dämpfung Ihren Basiswert viel später als rot und blau.

Weiterhin auffällig ist der parallele Verlauf von blau und rot der den Unterschied Kühlmitteltemperatur zu Lufttemperatur dokumentiert er ist im Mittel 10°C!

Ebenfalls Auffällig ist die Türöffnung um ca. 11:01, die zu einem sofortigen Anstieg der Lufttemperatur von –29 auf –22 führt, während die Temperatur des Bleches (Kältemittel) nur zu einer Veränderung von 1°C führt.

Fazit:

Die seitens des Herstellers des Kühlschrankes angewandte Meßmethode zur Anzeige der Temperatur ist nicht die Produkttemperatur und auch nicht die Lufttemperatur im Schrank.

Sie spiegelt somit nicht mal annähernd die Temperaturverhältnisse im Schrank wieder.

Die seitens des Überwachungssystems angezeigten und abgespeicherten Temperaturen entsprechen den Temperaturverhältnissen im Kühlschrank.

Die Lufttemperatur weicht ca. 10°C von der Temperatur des Kältemittels ab.

Die Lufttemperatur oben und unten im Kühlschrank differiert um einige Grad.

Der Schrank verfügt nur über indirekte Kühlung (automatische Konvektion), so dass das Produkt nur maximal die Lufttemperatur erreichen kann, da das Produkt nicht in direkten Kontakt mit dem Kältemittel oder den Kühlspiralen kommt.

Sollte diese Lufttemperatur über der Forderung zur Lagerung von Blutkonserven liegen ist die Lagerdauer zu verkürzen. s. auch:

 Votum des Arbeitskreises Blut

„Eine bakterielle Kontamination von Blutkonserven stellt den Empfänger eine lebensbedrohliche Gefährdung dar. Im Verlauf der Lagerung kann - in Abhängigkeit von Dauer und Lagertemperatur – durch Vermehrung der Bakterien eine kritische Keimzahl erreicht werden. … etc.  

 


Temperaturen in Arzneikühlschränken

 

 

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